Theatermacherin

2018
Ein Zementiertes Meer
Ein performatives Ausstellungsformat
(Ko-Leitung: Thor Albin Kjær)
"Und zementiert wird mein Körper.
Ich bin mit allem, außer meinen beobachtenden Augen unten,
Augen, die gezwungen sind zu erfahren,
was an der Oberfläche lauert: Nichts, leider nichts.
Und in dieser luftlosen Welt war ich immer tot."



Thor Albin Kjær und Marie S Zwinzscher haben mit "Ein Zementiertes Meer" ein performatives Ausstellungsformat entwickelt, das Zuschauer_innen einlud, Teil eines Gesamtkunstwerkes zu werden.
Anstelle eines klassischen Galerieraums agierten sie im Keller einer ehemaligen Schlachterei in Berlin Neukölln. Insgesamt 260 Personen besuchten die Installation am 27./28. April und 22./23.Juni 2018, maximal 5 Personen zur gleichen Zeit. Bei Eintritt in den Keller erhielt jeder Besucher ein Kleid und eine Maske, und wurde damit zu einem essentiellen Teil der Installation.


Ein Einlick in die Ausstellung ist auf YouTube zu finden.
2016
VALERIANELLA LOCUSTA oder: Rapunzels Haar in der Suppe
Eine liquide Umordung von Feldsalat und Co.
Monologfestival 2016 am Theaterdiscounter Berlin, DE
"Es war einmal eine Mutter...
Es war einmal eine Zauberin...
Es war einmal ein Mädchen...

... alles, was sie sich in ihren kühnsten Träumen vorzustellen vermochte, wurde ihr an einem schönen Herbsttage auf dem goldenen Teller serviert: Während sie wie jeden Tag auf dem Charlottenturm stand und Möhren für ihr verzauberndes Süppchen würfelte, erblickte sie in der Ferne ein Beet, das mit den schönsten Rapunzeln bepflanzt war, und sie sahen so frisch und grün aus, daß sie lüstern ward und das größte Verlangen empfand, von den Rapunzeln zu naschen. Der gierige Appetit wuchs und wuchs, so wie auch ihr Haar immer dicker und länger wurde. Und mit jedem Zentimeter entwickelte sie ein so großes Gelüsten, dass sie sterben würde, wenn sie nicht noch heute Nacht davon zu essen bekäme ...

Ein heißer Kessel gefüllt mit diese​r​ kostbar​en​ Zutat​ und​ eine große Gesellschaft mit leeren knurrenden Bäuchen war​en​ womöglich d​er​ Schlüssel in die ewige Freiheit. Wer nur würde sich von seinen Gelüsten leiten lassen und sich der Versuchung hingeben und wer widerstehen, um Sie zu erlösen?"


Für das Rahmenprogramm des Monologfestival 2016 - AUS LIEBE ZUR WELT: Die Umordnung der Dinge - entwickelte Marie S Zwinzscher die Kunstfigur Valerianella Locusta: Urenkelin der Valerianella Marganita Campanula Rapunculus, ihrerzeit Märchenerzählerin, Kräuterhexe und Pflanzenorakel. In den Fußstapfen ihrer geheimnisvollen Urahnin bewohnte Valerianella Locusta mit unergründlichen Sinnsprüchen und faszinierender kulinarischer Logik über die Dauer des Festivals den Theaterdiscounter und kredenzte Abend für Abend ausgerechnete Mahlzeiten für Zuschauer_innen wie Künstler_innen. Jede Suppe wurde zum Orakel. Nichts konnte die mysteriöse Köchin aus ihrem Um-Ordnungswahn entrücken.

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2016
ETIKETTENSCHWINDEL
Eine performative Intervention im Festivalraum
Lollapalooza Festival Berlin, DE
(Ko-Leitung: Jörn Becker, Jens Lassak, Anna-Lena Rode)
Im Auftrag des Lollapalooza Festivals Berlin erarbeitete das Performancekollektiv FALSCH [Becker, Lassak, Rode, Zwinzscher] die Performance “Etikettenschwindel”. Ob Mogelpackung oder Vertuschung, dreiste Lüge oder zartes Flunkern, ob blendendes Lippenbekenntnis oder schlichte Fehldarstellung: FALSCH sucht des Pudels Kern. Dabei ist der Schwindel nicht immer schwarz-weiß und so manche Etikette bekommt einen neuen Inhalt. Aber wer übernimmt die Haftung für FALSCH-Etikettierung?

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2015
ANALOG
Eine Workshop-Performance
Symposium „Kunst der Vermittlung – Vermittlung der Kunst“ und Verleihung des BKM Preises Kulturelle
Bildung 2015 Stiftung Genshangen, DE
(Ko-Leitung: Jörn Becker, Anna-Lena Rode)
ANANLOG ist eine Workshop-Performance des Performancekollektivs FALSCH, die mit der Umwandlung von social media Plattformen wie Twitter, Instagram und Soundcloud in die Welt des Analogen, des realen Miteinander spielt. Entwickelt wurde das Konzept für die Verleihung des BKM Preises Kulturelle Bildung 2015 mit der Stiftung Genshagen als Auftraggeberin.
Die Performer_innen begleiteten den Tag der Preisverleihung, um das Material (Sprachfetzen, Polaroids und geschriebenen Statements zum Thema) für die Workshop-Performance zu generieren. Das Symposium mündete in einer von FALSCH moderierten, performativen Diskussionsrunde, deren Ergebnisse ANALOG festgehalten wurden. Statt Tweets wurden beschriebene Papierflieger über die Wiese geschickt, statt Selfies Polaroids mit Hasthtags kunstvoll in Bäume gepostet und mit Sounds und Statements ein dreidimensionaler Klangraum erschaffen.
Das Konzept ist flexibel und erweiterbar und kann für Symposien, Tagungen oder ähnliche Veranstaltungen gebucht werden.
2013
DR. HYDRA - KÜNSTLERISCHE PRAXIS FÜR ALTERSFRAGEN
Eine performative Installation
Masterabschlussprojekt, Universität der Künste,
Kunsthaus Bethanien, Berlin, DE
(Ko-Leitung: Jens Lassak)
DR. HYDRA - KÜNSTLERISCHE PRAXIS FÜR ALTERSFRAGEN war das Masterabschlussprojekt von Marie S Zwinzscher und Jens Lassak an der Universität der Künste Berlin. Eine ortsspezifische, performative Installation in den Räumen des Theaterbündnisses Blumenstrauß im Kunstquartier Bethanien. Gemeinsam mit neun nicht-professionellen Performer_innen im Alter von 25 bis 78 Jahren haben sie sich über mehrere Monate performativ mit dem „Alter(n)s-Faktor“ auseinandergesetzt und Dr. Hydra zum Leben erweckt. Alterungsprozesse des Menschen, Tabus und Stereotype wurden auf unterschiedlichste Art und Weise künstlerisch seziert. Gemündet sind alle Forschungsergebnisse in den Aufbau einer fiktiven Praxis, die von Lassak und Zwinzscher mit viel Liebe zum Detail ausgestattet wurde und in der alle Spieler_innen ihre „Behandlungsmethoden“ am Publikum testen konnten. Das Publikum wurde in die Rolle von Patient_innen der künstlerischen Praxis versetzt und konnte in direkte Interaktionen mit den Spezialist_innen für Altersfragen treten und so den eigenen Blick auf das Alter(n) schärfen.
2013
SEX_MOTIO - SPIELEN MEINE GEFÜHLE HIER ÜBERHAUPT EINE ROLLE
Eine Art Dokumentarperformance
Studienprojekt der Universität der Künste,
PopInn Berlin Steglitz, Berlin, DE
(Ko-Leitung: Bernardo Sánchez Lapuente)
SEX_MOTIO - Spielen meine Gefühle hier überhaupt eine Rolle? entstand in ortsspezifischer Auseinandersetzung mit der ehemaligen Diskothek Pop Inn in Berlin Steglitz. Ausgangspunkt der Performance war die Faszination für das Bild eines nackten Körpers im Kühlschrank. Die alte Diskothek, die großen Kühlschränke hinter der Bar, die Treppe und die Balustrade, das Buch Sklaverei - eine Analyse über Menschenhandel von Lydia Cacho und die Szene Pornó aus Martin Crimps Angriffe auf Anne bildeten die Grundelemente der Konzeption. In kollektiver Arbeitsweise entstand ein intermediales, ortsspezifisches Experiment, das den Raum als Mitspieler verstand und aus drei unterschiedlichen Perspektiven die Geschichte einer Journalistin erzählte, die Fälle von Zwangsprostitution aufdeckt und sich damit selbst in Gefahr bringt. Durch Live-Kameraübertragung und einen Darsteller, der als Kommentator fungierte, wurde die Arbeit eine Art dokumentarische Performance, ein Spiel auf mehreren Ebenen, durch das die Zuschauer_innen in Augenzeug_innen verwandelt wurden.
2013
FELDSPIELE
Ein performatives Spiel
100° Festival Berlin,
Sophiensaele Berlin, DE
(Ko-Leitung: Jörn Becker, Christina Hodanek, Jenni Klinghammer)

Trailer
Feldspiele ist ein performatives Spielformat mit erdiger Grundlage. Ein Spiel über das Spiel der reichsten 6% der Weltbevölkerung. Es sind die letzten Tage auf diesem Planeten, die Spieler_innen schlagen Profit aus dem globalen Ungleichgewicht: Armut, Nahrungsmittelkrise, Klimawandel, Umweltzerstörung. Das sind die Parameter. Die Performer_innen stecken ein Spielfeld ab und lassen 3 Früchte im Kampf um globale Ressourcen und Marktführerschaft gegeneinander antreten. Verschiedene Aufgaben müssen gelöst, Hindernisse überwunden und Gegner_innen besiegt werden. Welches Früchtchen als Sieger_in aus dem Spiel geht, entscheidet sich jeden Abend aufs Neue. Aber weil nicht jede_r Sieger_in gleichzeitig ein_e Gewinner_in ist, bleiben am Ende viele Frage offen: Welcher Preis muss für den Sieg bezahlt werden? Und wie oft kann dieses Spiel noch gespielt werden? Feldspiele war im Februar 2013 erstmals im Rahmen des 100° Festivals Berlin im Festsaal der Sophiensäle zu sehen.
2010
WOLKEN ATMOSFÄRBEN FISCHE ROT
Eine performative Lesung
Cammerspiele Leipzig, DE
Was entsteht, wenn der Leser mit ihm unbekannten Texten bekleckst wird, man Fotos darauf klebt, diese an manchen Stellen mit einer Spur Tanz übermalt und einen Rahmen von Sounds drumherum bastelt?

- Wolken atmosfärben Fische rot
Für die Reihe ANTRIEBSELEMENTE der Cammerspiele Leipzig erhielt Marie S Zwinzscher 2010 die Möglichkeit einen einmaligen Abend zu gestalten. Diese Einmaligkeit wollte sie zum Ausgangspunkt machen und entwickelte eine performative Lesung, die vom Dadaismus, besonders von Kurt Schwitters Merzkunst inspiriert war. Ein Experiment der Sinne für Akteur_innen und Zuschauer_innen gleichermaßen, denn herauszufinden galt es, was passiert, wenn die einzelnen künstlerischen Komponenten erst am Abend der Aufführung zum ersten Mal aufeinandertreffen. Mit 5 „Arbeitsgruppen“ (Autor_innen, Performer_innen, Tänzer_innen, Musiker_innen und Fotograf_innen) arbeitete sie über mehrere Wochen jeweils getrennt von den anderen Gruppen. Da es sich um eine Lesung handelte, sollte das Wort im Mittelpunkt stehen. Wichtig war jedoch nicht die konnotative Bedeutung des Wortes, sondern viel mehr sein Klang und seine Bedeutung im Moment des improvisatorischen Spiels, im Moment der Aufführung und des Verschmelzens mit anderen Elementen.

Presse
„Als Papierflieger schweben die Texte auf die Bühne. Mancher bleibt erst eine Weile liegen, bis sich ihm jemand zuwendet, andere reißen sich die sechs Performer gegenseitig aus den Händen. Dabei kennen sie die Zeilen, die auf dem Papier stehen selbst noch nicht [...]. Die vier jungen Frauen und zwei jungen Männer sollen die Gedichte aber nicht nur vortragen, sondern auch bearbeiten. Manche Textzeilen oder Worte bleiben an ihnen hängen, kehren immer wieder. Sie rezitieren vorwärts, rückwärts, nacheinander, gleichzeitig oder verteilt. Sie zerlegen Verse in ihre Konsonanten und Vokale, sie singen, steppen, zerbeißen die Strophen und das Papier, auf dem sie stehen [...]. Zwar scheinen die Schauspieler nicht in jedem Moment zu wissen, warum sie was tun oder lassen [...], trotzdem gelingt es ihnen, eine dieser mehr oder weniger dadaistischen Dichtung entsprechende Form zu finden. Solange, bis sie den Boden der Kiste erreichen und keine Flieger mehr auf der Bühne landen.“
- Theresa Wiedemann, LVZ

http://www.cammerspiele.de/wolken-atmosfarben-fische-rot
http://susanne-schmidt.info/?page_id=55
2010
COMEMUTEMATE
Eine interaktive Performance im öffentlichen Raum
Leipzig, DE
(Konzept: Ola Stankiewicz)
One day eyes off: what would you like to do, what would you fear to do? Take part and commutate.

ComeMuteMate ist eine dreiteilige Performance im öffentlichen Raum. An drei Tagen im Herbst 2010 sollten abseits der sinnlichen Gewohnheit pro Aktionstag ein Kommunikationskanal (Auge, Ohr, Mund) der Performerinnen Ola Stankiewicz und Marie S. Zwinzscher ausgeblendet werden, um eine veränderte Wahrnehmung und damit eine veränderte Kommunikation zu provozieren. Alle Mitwissenden und Interessierten waren eingeladen, selbst am Projekt teilzunehmen, und sich für 24h blind, taub oder stumm an bestimmten Orten in Leipzig zu begegnen. Es gab einen Erlebnisparcours im Park ohne zu sehen, ein Dinner mit unbekannten Menschen ohne zu sprechen, einen Stadtrundgang ohne zu hören und viele andere Aktionen.
Produktions- und Regieassistenzen (Auswahl)
2014 LIBRETTO Theaterdiscounter Berlin, DE | Regie: Paula Rosolen
 
2014 FATZER - EINE ZEREMONIE Ballhaus Ost Berlin, DE | Regie: FuturIIKonjunktiv
 
2012 LAS MULTITUDES Berliner Festspiele, DE | Regie: Federico León
 
2009 GIRAFES Teatre Lluire Barcelona, ES | Text/Regie: Pau Miró
 
2007 MOTORTOWN Schauspiel Leipzig, DE | Text: Simon Stephens, Regie: Marc Lunghuß
 
2006 OKAMI – ROTKÄPPCHEN COMICMEETSTHEATER FESTIVAL Thalia Theater, Halle, DE | Regie: Kalma Streun
 
2005 Die Troerinnen des Euripides Theater der Altmark Stendal, DE | Regie: Markus Dietze
 
2005 Angriffe auf Anne Theater der Altmark Stendal, DE | Regie: Markus Dietze
 
2005 Victor/Victoria Theater der Altmark Stendal, DE | Regie: Gabriele Wiesmüller
 
2004 Reiher Theater der Altmark Stendal, DE | Regie: Martin Kreidt
 
2004 Cabaret Theater der Altmark Stendal, DE | Regie: Gabriele Wiemüller
 
2004 Woyzeck Theater der Altmark Stendal, DE | Regie: Esther Hattenbach